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Terrarium anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Terrarium ist ein kleiner Garten in einem Glasgefäß. Richtig angelegt braucht es kaum Pflege; ein geschlossenes Terrarium kommt monatelang ohne Gießen aus. Diese Anleitung führt durch jeden Schritt – von der Wahl des Gefäßes bis zur Pflege in den ersten Monaten.

Terrarium anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Foto: christopher*, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
Schwierigkeit
Leicht–mittel
Dauer
1–2 Stunden
Kosten
Gering; das meiste Material ist im Haus
Pflege
Geschlossen: einmal im Monat prüfen, offen: alle 1–3 Wochen gießen (geschätzt)

Offen oder geschlossen?

Die erste Entscheidung ist, ob das Terrarium einen Deckel bekommt – denn davon hängt ab, welche Pflanzen infrage kommen.

Geschlossenes Terrarium

  • Wird mit Deckel oder Korken verschlossen.
  • Wasser verdunstet, kondensiert am Glas und tropft zurück – ein eigener kleiner Wasserkreislauf.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: für feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Farne, Moos und Fittonia.
  • Wird nur sehr selten gegossen.

Offenes Terrarium

  • Die Öffnung bleibt frei, die Luft zirkuliert.
  • Die Luftfeuchtigkeit bleibt niedrig.
  • Für Pflanzen, die es trocken mögen, wie Sukkulenten, Kakteen und Haworthia.
  • Wird wie eine Topfpflanze regelmäßig, aber sparsam gegossen.
Geschlossenes Terrarium: Moos, Wurzelholz und kleine Pflanzen in einem verschlossenen Glas.
Geschlossenes Terrarium: Moos, Wurzelholz und kleine Pflanzen in einem verschlossenen Glas. Foto: Plantlover93, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Offenes Terrarium: eine weite Glasschale für Kakteen und Sukkulenten.
Offenes Terrarium: eine weite Glasschale für Kakteen und Sukkulenten. Foto: RJ Raawat, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Das richtige Glasgefäß

  • Verwende klares Glas; getöntes Glas schluckt Licht.
  • Öffnung: Passt deine Hand hinein, ist alles viel einfacher. Bei engen Flaschen brauchst du lange Pinzetten und Löffel.
  • Größe: Für den Einstieg ist ein Glas oder eine Glasglocke mit 2–5 Litern ideal (geschätzt). In sehr kleinen Gefäßen wird es den Pflanzen schnell zu eng.
  • Spüle das Gefäß vorher mit heißem Seifenwasser und gründlich nach; Schmutzreste können Schimmel fördern.

Was du brauchst

  • Glasgefäß (mit Deckel oder offen)
  • Drainageschicht: Kies, Bims oder Blähton
  • Trennschicht: feines Vlies, Netz oder trockenes Moos
  • Aktivkohle (Aquarienkohle; optional, aber empfehlenswert)
  • Erde: für geschlossene Terrarien eine leichte, organische Mischung; für offene Kakteenerde mit Sand und Bims
  • Pflanzen sowie nach Wunsch Moos, Steine und Wurzelholz
  • Lange Pinzette, Löffel, Pinsel und Sprühflasche

Die Schichten von unten nach oben

Ein Terrarium hat kein Abzugsloch, daher sammelt sich überschüssiges Wasser am Boden. Die Schichten sorgen dafür, dass es dort steht, ohne die Wurzeln zu erreichen.

Schritt für Schritt anlegen

  1. Verteile 2–4 cm Kies oder Bims auf dem Boden. Hier sammelt sich überschüssiges Wasser.
  2. Streue eine dünne Schicht Aktivkohle darüber. Sie hilft gegen Gerüche und Schimmel.
  3. Lege die Trennschicht ein: Vlies oder trockenes Moos verhindert, dass Erde in die Drainage rieselt.
  4. Gib 5–8 cm Erde dazu. Wenn du sie hinten etwas höher aufschüttest, wirkt das Terrarium tiefer.
  5. Nimm die Pflanzen aus den Töpfen und schüttle überschüssige Erde vorsichtig ab. Setze zuerst die größte Pflanze, dann die kleineren drumherum.
  6. Lass Platz zwischen den Pflanzen; sie wachsen noch. Die Blätter sollten nicht am Glas anliegen.
  7. Fülle Lücken mit Moos, Steinen oder Holz.
  8. Pinsle Erde vom Glas und von den Blättern.
  9. Befeuchte alles leicht mit der Sprühflasche. Beim ersten Gießen lieber sparsam sein – zu viel Wasser ist schwerer zu korrigieren als zu wenig.

Welche Pflanzen eignen sich?

Wähle langsam wachsende Pflanzen, die klein bleiben. Schnellwüchsige füllen das Gefäß in wenigen Monaten aus.

Für geschlossene Terrarien

  • Fittonia (Mosaikpflanze)
  • Kleine Farne
  • Peperomia
  • Moose
  • Kleine Begonien
  • Usambaraveilchen (Mini-Sorten)

Für offene Terrarien

  • Haworthia
  • Echeverie
  • Kleine Kakteen
  • Erbsenpflanze (für eine Weile)
  • Lithops (Lebende Steine)
Fittonia: eine der beliebtesten Pflanzen für geschlossene Terrarien; sie liebt Feuchtigkeit.
Fittonia: eine der beliebtesten Pflanzen für geschlossene Terrarien; sie liebt Feuchtigkeit. Foto: Why can't i get a cow, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

⚠️ Setze keine Sukkulenten in ein geschlossenes Terrarium. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt sie schnell faulen.

Licht und Standort

Stelle das Terrarium an einen hellen, aber indirekt beleuchteten Platz. Direkte Sonne heizt das Glas auf; in einem geschlossenen Gefäß kann es innerhalb weniger Stunden so heiß werden, dass die Pflanzen regelrecht garen. Ein Nord- oder Ostfenster passt in den meisten Wohnungen gut. Bei wenig Licht genügt eine kleine LED-Pflanzenlampe.

Bei wenig Licht reicht eine kleine LED-Lampe für einen Farn im geschlossenen Terrarium.
Bei wenig Licht reicht eine kleine LED-Lampe für einen Farn im geschlossenen Terrarium. Foto: Netha Hussain, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Gießen und Pflege

Geschlossenes Terrarium: Morgens leicht beschlagenes Glas ist normal und ein gutes Zeichen. Bleibt das Glas den ganzen Tag völlig beschlagen, ist es zu feucht; lass den Deckel ein paar Stunden offen. Beschlägt es nie und wird die Erde hell, gib ein paar Sprühstöße Wasser. Die meisten geschlossenen Terrarien brauchen monatelang kein Wasser (geschätzt).

Offenes Terrarium: Gieße erst, wenn die Erde ganz trocken ist, und nur so viel, dass sich unten kein Wasser staut. In den meisten Wohnungen reicht das alle 1–3 Wochen (geschätzt).

Allgemein: Entferne vertrocknete Blätter sofort. Kürze zu groß gewordene Pflanzen mit der Schere. Dünger ist kaum je nötig; langsames Wachstum ist hier genau das Ziel.

Häufige Probleme und Lösungen

Weißer, watteartiger Schimmel auf Erde oder HolzTritt meist in den ersten Wochen auf. Entferne die befallene Stelle und lass den Deckel ein paar Tage offen. Hält er sich, gieße weniger.
Glas ständig beschlagen, Tropfen laufen herunterZu hohe Luftfeuchtigkeit. Öffne den Deckel für einen Tag und schließe ihn dann wieder.
Blätter werden schwarz, Stängel weichFäulnis. Nimm die Pflanze heraus, sauge überschüssiges Wasser mit Küchenpapier auf und gieße eine Weile nicht.
Pflanzen vergeilen und werden blassZu wenig Licht. Stelle das Terrarium heller oder ergänze eine Lampe.
Blattspitzen trocknen einIm geschlossenen Terrarium ist die Feuchtigkeit gesunken, im offenen steht es vielleicht in der prallen Sonne. Prüfe Standort und Gießen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte

Die Idee, Pflanzen in einem geschlossenen Glasbehälter zu ziehen, entstand Ende der 1820er-Jahre in London. Diese Behälter wurden als „Wardscher Kasten“ (Wardian case) bekannt und ermöglichten es, lebende Pflanzen auf langen Seereisen zu transportieren. Heutige Terrarien beruhen auf demselben Prinzip: Ein geschlossenes Gefäß hält die Feuchtigkeit im Inneren.

Ein Wardscher Kasten aus dem 19. Jahrhundert (Chelsea Physic Garden, London).
Ein Wardscher Kasten aus dem 19. Jahrhundert (Chelsea Physic Garden, London). Foto: Daderot, CC0 · Wikimedia Commons

Häufig gestellte Fragen

Muss man ein geschlossenes Terrarium wirklich nie gießen?

Nicht nie, aber sehr selten. Stimmt das Feuchtigkeitsgleichgewicht, zirkuliert das Wasser im Gefäß. Trotzdem solltest du etwa einmal im Monat auf das Beschlagen des Glases und die Farbe der Erde achten.

Kann ich statt Erde nur Sand verwenden?

Für ein offenes Sukkulenten-Terrarium ist eine sandreiche Mischung in Ordnung. In einem geschlossenen brauchen die Pflanzen organische Erde, die Nährstoffe und Feuchtigkeit speichert.

Ist Aktivkohle unbedingt nötig?

Nein, aber im geschlossenen Terrarium senkt sie das Risiko von Gerüchen und Schimmel. Aquarienkohle eignet sich gut.

Wie lange hält ein Terrarium?

Ein gut angelegtes geschlossenes Terrarium kann viele Jahre bestehen. Wenn die Pflanzen wachsen, musst du sie zurückschneiden oder einzelne austauschen.

Pflanzen für das Terrarium

PeperomieSchwertfarnHaworthieEcheverieErbsenpflanzeUsambaraveilchen

Quellen

Zuletzt aktualisiert: 2. November 2026